Zum letzten Spiel der Rückrunde trat der FC EDA mit voller Bank und viel Qualität auf und neben dem Platz an. Die Vorgabe von Trainer Gix war klar: früh anlaufen, Passwege konsequent schliessen und den Gegner zu Fehlern oder langen Bällen zwingen.
Viel Kontrolle, wenig Ertrag
Die ersten Minuten verliefen ruhig. EDA übernahm rasch die Kontrolle über Ball und Gegner und dominierte das Geschehen mit geschätzten 75 Prozent Ballbesitz. Besonders beeindruckend: Die Defensive spielte sich immer wieder sauber aus Drucksituationen heraus. Kein einziger Abstoss oder Befreiungsschlag musste planlos nach vorne geschlagen werden.
Die einzige wirklich gefährliche Szene der Gastgeber entstand nach einem Missverständnis in der EDA-Innenverteidigung. Der EWB-Stürmer tauchte allein vor Stauffacher auf, brachte den Ball aber nicht sauber aufs Tor – leichte Beute für den EDA-Keeper.
Trotz spielerischer Überlegenheit fehlte im letzten Drittel die Durchschlagskraft. Das Pressing griff nicht wie gewünscht, Torchancen blieben Mangelware. Auf der Gegenseite beschränkte sich EWB auf lange Bälle und wenige Vorstösse. Bis auf einen ungefährlichen Distanzschuss und einige Standards blieb auch bei EDA vieles Stückwerk.
Ab der 30. Minute wurde die Partie zunehmend ruppiger. Nach mehreren harten Einsteigen griff der Schiedsrichter schliesslich durch und verwarnte die gegnerische Nummer 10.
Kabinenansprache mit Wirkung
Mit dem torlosen Remis zur Pause zeigte sich das Trainerteam alles andere als zufrieden: „Das ist nicht der Fussball, den wir spielen wollen. Wir kommen bis zur Mittellinie gut durch, danach fehlt der Plan, die Überzeugung und die Konsequenz.“
Dank der im Firmenfussball praktisch unbegrenzten Wechselmöglichkeiten brachte EDA frische Kräfte. Gesucht wurde der berühmte Ketchup-Effekt – der Moment, in dem sich die Chancen endlich auch auf dem Resultatblatt bemerkbar machen.
Und tatsächlich: Nun kamen die Möglichkeiten.
- Ein langer Ball aus dem rechten Halbfeld fand B. Gottstein, der den herausstürmenden Torhüter gekonnt per Hinterkopf überlupfte. Der Ball strich jedoch knapp am Pfosten vorbei.
- Friedli setzte zu einer sehenswerten Einzelaktion an, liess zwei Gegenspieler stehen und zog aus kurzer Distanz ab. Der EWB-Keeper reagierte glänzend.
- Nach einem Eckball von links stieg ein EDA-Spieler am zweiten Pfosten am höchsten. Sein wuchtiger Kopfball wurde vom Torhüter noch an den Pfosten gelenkt.
Kalte Dusche statt Belohnung
Und wie so oft im Fussball wurde die mangelnde Effizienz bestraft. Nach einem eigentlich kontrollierten Spielaufbau geriet T. Affolter unter Druck. Dabei schien ein gegnerischer Kontakt durchaus diskussionswürdig, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. EWB schaltete sofort um, der mitgelaufene Mittelfeldspieler zog direkt ab, der Ball wurde noch leicht abgefälscht und senkte sich unhaltbar hinter Stauffacher unter die Latte. 0:1. Ausgerechnet in einer Phase, in der EDA dem Führungstreffer deutlich näher gewesen war.
Alles nach vorne – ohne Happy End
Die Reaktion folgte sofort. EDA warf nochmals alles in die Offensive, stellte auf eine Dreierabwehr um und brachte weitere frische Kräfte. Der Wille war da, die Zeit lief jedoch gegen die Rot-Weissen. Trotz grossem Einsatz wollte der Ausgleich nicht mehr fallen.
So endet das letzte Saisonspiel mit einer bitteren und vor allem unnötigen Niederlage.
Fazit
Der FC EDA kennt seine Stärken. Defensiv steht die Mannschaft stabil, lässt nur wenige Chancen zu und spielt sich von hinten heraus bemerkenswert sauber durch die gegnerischen Reihen. Das Problem liegt aktuell 30 Meter vor dem gegnerischen Tor. Die Tabelle und das Torverhältnis sprechen eine deutliche Sprache. In vier Meisterschaftsspielen und dem Cupturnier gelangen in insgesamt 450 Minuten gerade einmal ein einziges Tor. Defensiv reicht das oft für enge Spiele – offensiv jedoch nicht für Siege. Die Saison endet damit auf dem letzten Platz im Firmenfussball Region Bern. Ein Resultat, das schmerzt, aber auch klar aufzeigt, wo angesetzt werden muss. Die Mannschaft verfügt über Qualität, Charakter und genügend Energie. Nun gilt es, die Sommerpause zu nutzen, die Akkus aufzuladen und gemeinsam mit dem Trainerstaff Lösungen für Angriffsauslösung, Kreativität und Abschlussstärke zu finden.
Denn eines ist sicher: Mir wüsse alli, dass mir das besser chöi.
We are red. We are white. We are fu** dynamite.
– Marc Stauffacher


